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WMS auswählen: heute manuell, morgen automatisiert

Links ein Mitarbeiter mit Klemmbrett im manuellen Regallager, rechts ein Shuttle mit Palette in einem automatisierten Kanallager
Kapitel

Kurz zusammengefasst

  • Wer heute ein manuelles Lager digitalisiert, sollte das WMS so auswählen, dass es später auch Automatisierung und neue Lagertechnik mitmacht.
  • Prüfen Sie Architektur, offene und dokumentierte Schnittstellen, Skalierbarkeit und den Anteil an kundenspezifischem Code.
  • Fragen Sie nach produktiv umgesetzten Automatisierungsprojekten, nicht nur danach, ob Automatisierung möglich ist.
  • Rechnen Sie die Kosten im Zielbild mit Automatisierung: Middleware, Integrationsplattform oder ein separates WCS bringen eigene Lizenzen und Wartungsverträge mit.
  • Betrachten Sie drei Szenarien: heute, Wachstum und Automatisierung.

Wer heute ein manuelles Lager digitalisiert, wählt ein WMS meist für viele Jahre. Entscheidend ist deshalb nicht nur, ob die Software die heutigen Prozesse abbildet, sondern ob sie später auch Automatisierung und neue Lagertechnik mitmacht. Achten Sie bei der Auswahl vor allem auf die technische Architektur, auf offene und dokumentierte Schnittstellen, auf nachweisbare Automatisierungsprojekte und auf die späteren Folgekosten. So vermeiden Sie, in wenigen Jahren ein zweites Mal zu investieren.

Warum ein WMS für viele Jahre gewählt wird

Viele Unternehmen stehen bei der Auswahl eines neuen Warehouse Management Systems vor einer scheinbar einfachen Situation: Das Lager arbeitet heute weitgehend manuell. Es gibt Stapler, Scanner, Regale und Mitarbeiter, aber keine Fördertechnik, keine Shuttles und keine autonomen mobilen Roboter. Also wird eine Software gesucht, die die heutigen Anforderungen möglichst gut und günstig erfüllt.

Genau hier kann ein strategischer Fehler entstehen. Denn ein WMS wird normalerweise nicht für zwei oder drei Jahre eingeführt, die Entscheidung beeinflusst die Lagerlogistik über viele Jahre. Und aus einem manuellen Lager kann schneller ein teilautomatisiertes Lager werden, als man heute denkt: mit AMR und FTS, automatischen Liften, Fördertechnik, Shuttles, automatischen Kleinteilelagern, Pick-by-Light oder Put-to-Light, automatischen Verpackungsanlagen, neuen Scanner- und Identifikationstechnologien oder einer WCS- und Materialflusssteuerung.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: „Kann das WMS unsere Prozesse heute?“ Sondern: „Kann das WMS auch die Prozesse abbilden, die wir in fünf oder zehn Jahren benötigen?“

Worauf Sie bei der WMS-Auswahl achten sollten

Ein zukunftsfähiges WMS erkennt man nicht am Werbeversprechen „automatisierungsfähig“, sondern an konkreten, überprüfbaren Punkten. Die folgenden sechs Kriterien helfen bei der Auswahl:

KriteriumFrage, die Sie im Auswahlgespräch stellen sollten
Technologische ArchitekturAuf welcher technologischen Basis wurde die Lösung entwickelt? Ist sie modern und webbasiert, sodass sich neue Systeme und Geräte einfach anbinden lassen?
Offene, dokumentierte SchnittstellenWelche APIs gibt es, sind sie dokumentiert, ist der Datenaustausch bidirektional, sind Push- und Pull-Verfahren möglich, kann externe Lagertechnik direkt kommunizieren?
Nachweisbare AutomatisierungWelche automatisierten Lager haben Sie bereits realisiert, welche Technik wurde konkret angebunden, und können wir mit diesen Kunden sprechen?
Versteckte FolgekostenWas kostet uns die Software nicht heute, sondern im möglichen Zielbild mit Automatisierung?
SkalierbarkeitKann das System zusätzliche Lagerbereiche, Standorte, Mandanten, höhere Volumen und neue Prozesse abbilden, und automatische und manuelle Bereiche parallel steuern?
Standard statt SonderwegWie viel kundenspezifischer Code ist nötig? Je mehr Individualentwicklung, desto schwieriger werden spätere Updates und Integrationen.

Wichtig ist der Punkt zur nachweisbaren Automatisierung. Die Frage „Ist Automatisierung möglich?“ beantwortet nahezu jeder Anbieter mit „Ja“. Aussagekräftiger ist die Frage nach bereits produktiv umgesetzten Projekten, denn zwischen „technisch theoretisch machbar“ und „mehrfach produktiv umgesetzt“ liegt ein erheblicher Unterschied.

Beim COGLAS WEB WMS ist ein bidirektionaler Datenaustausch mit anderen IT-Systemen vorgesehen, auch direkte Web-API-Abfragen werden unterstützt. Das System kommuniziert direkt mit Lagertechnik wie Liften, Förderanlagen und Shuttles; für Automatisierung und AMR beschreibt COGLAS unter anderem eine direkte Web-API-Integration mit dem Jungheinrich WCS. Welche Schnittstellen ein WMS mitbringt und wie die Materialfluss- und Lagertechniksteuerung funktioniert, sollte man sich also konkret zeigen lassen, statt sich auf Schlagworte wie „cloudfähig“ oder „automatisierungsfähig“ zu verlassen.

Welche versteckten Folgekosten bei Automatisierung entstehen

Das vielleicht größte Risiko liegt häufig nicht bei den heutigen Lizenzkosten, sondern bei den Kosten der späteren Erweiterung. Eine heute vermeintlich günstige Software kann teuer werden, wenn für eine spätere Automatisierung zusätzliche Komponenten notwendig werden. Die Kette kann dann so aussehen:

WMS → Integrationsplattform → Middleware → WCS → SPS → Anlage

Jede zusätzliche Ebene bedeutet potenziell zusätzliche Lizenzen, zusätzliche Implementierung, zusätzliche Schnittstellen, zusätzliche Wartungsverträge, weitere Ansprechpartner, mehr Fehlerquellen und höheren Testaufwand bei Updates. Deshalb sollte bereits vor dem Kauf geklärt werden, was die Software nicht heute, sondern im möglichen Zielbild kostet. COGLAS verfolgt bei verschiedenen Lagertechnikintegrationen den Ansatz, direkt mit der Lagertechnik zu kommunizieren und dadurch zusätzliche Integrationsmodule zu vermeiden. Bei einer späteren Automatisierung kann das wirtschaftlich einen erheblichen Unterschied machen. Wie sich die Kosten eines WMS über die Jahre zusammensetzen, lässt sich vorab durchrechnen.

Ob am Ende das ERP-System oder ein spezialisiertes WMS die Lagertechnik steuern sollte, ist eine eigene Frage. Sie wird im Beitrag Mythos ERP-Lagerautomatisierung: Warum ein WMS wichtig ist ausführlich behandelt.

Was passiert, wenn Sie die Automatisierung heute ignorieren?

Im schlechtesten Fall investiert das Unternehmen in wenigen Jahren zweimal. Zuerst wird ein WMS für das manuelle Lager eingeführt. Drei oder fünf Jahre später soll automatisiert werden. Dann stellt sich heraus: Die benötigte Lagertechnik lässt sich nur schwer anbinden, eine Middleware wird erforderlich, Schnittstellen müssen individuell programmiert werden, oder das vorhandene WMS kann bestimmte Materialflussprozesse nicht abbilden. Aus einem überschaubaren Automatisierungsprojekt wird plötzlich ein komplexes IT-Projekt. Und irgendwann fällt der Satz: „Eigentlich müssten wir zuerst unser WMS ersetzen.“ Genau diese Situation sollte man vermeiden.

Warum das COGLAS WEB WMS für heute manuelle Lager passt

Das COGLAS WEB WMS ist gerade für Unternehmen interessant, die heute noch manuell arbeiten, sich ihre zukünftigen Möglichkeiten aber offenhalten wollen. Der Einstieg kann schlank sein: Wareneingang, Lagerverwaltung, interne Transporte, Kommissionierung, Verpackung und Versand bildet das System bereits heute durchgängig ab.

Später lässt sich die Infrastruktur weiterentwickeln, vom manuellen über das teilautomatisierte bis zum stärker automatisierten Lager, ohne die zentrale WMS-Plattform austauschen zu müssen. Dazu kommen offene Schnittstellen, Web-APIs und bereits realisierte Integrationen zu Lagertechnik und Automatisierungssystemen.

Ein guter Rat zum Schluss: Wer heute ein neues WMS auswählt, sollte nicht nur das heutige Lager ausschreiben, sondern mindestens drei Szenarien betrachten.

SzenarioFrage
1 · HeuteWie funktioniert unser Lager heute?
2 · WachstumWie könnte unser Lager bei 50 oder 100 Prozent mehr Volumen aussehen?
3 · AutomatisierungWelche Prozesse würden wir dann wahrscheinlich automatisieren?

Erst danach sollte geprüft werden, welche WMS-Lösung zu allen drei Szenarien passt. Denn die beste Lösung ist nicht unbedingt die, die die heutigen Anforderungen am günstigsten erfüllt, sondern die, mit der Sie heute wirtschaftlich arbeiten, ohne sich die Möglichkeiten von morgen zu verbauen.

Fazit

Ein WMS ist eine Entscheidung für viele Jahre. Wer heute manuell arbeitet, sollte die Software so wählen, dass sie später Automatisierung und neue Lagertechnik mitmacht, statt beim nächsten Schritt wieder bei null anzufangen. Die konkreten Auswahlkriterien und die Fit-Frage klären Sie am besten anhand Ihrer eigenen Prozesse: ein Überblick über Auswahl und Vergleich steht auf der Seite Lagerverwaltungssystem.

Nächster Schritt: In einer Live-Demo am eigenen Lagerprozess zeigen wir, wie sich Ihr heutiges Lager schlank digitalisieren und später Schritt für Schritt automatisieren lässt.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich ein automatisierungsfähiges WMS?

Nicht am Werbeversprechen, sondern an konkreten Punkten: einer modernen, webbasierten Architektur, offenen und dokumentierten Schnittstellen mit bidirektionalem Datenaustausch und an bereits produktiv umgesetzten Automatisierungsprojekten, über die der Anbieter Auskunft geben kann.

Sollte ein heute manuelles Lager schon ein WMS mit Automatisierung wählen?

Ja, zumindest sollte die Software Automatisierung später zulassen. Ein manuelles Lager kann schneller teilautomatisiert werden als gedacht. Wird das WMS nur für den heutigen Stand gewählt, droht in wenigen Jahren eine zweite, teure Umstellung.

Warum ist die spätere Automatisierung oft teurer als gedacht?

Weil zusätzliche Ebenen wie Integrationsplattform, Middleware oder ein separates WCS jeweils eigene Lizenzen, Schnittstellen, Wartungsverträge und Fehlerquellen mitbringen. Ein WMS, das direkt mit der Lagertechnik kommuniziert, kann solche Zwischenschichten vermeiden.

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